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Invalidenversicherung (IV)

Existenzsicherung im Invaliditätsfall

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Grundsätzliches

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Früherfassung & Frühintervention

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Eingliederungs­massnahmen

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IV-Taggelder

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IV-Renten

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Weitere Leistungen

Grundsätzliches

Die Invalidenversicherung (IV) sichert im Invaliditätsfall mittels Eingliederungsmassnahmen und Geldleistungen die Existenzgrundlage der Versicherten. In der IV gilt der Grundsatz «Eingliederung vor Rente», weshalb primär Eingliederungsmassnahmen getroffen werden.

Die Finanzierung der IV erfolgt unter anderem über die Beiträge der Versicherten und der Arbeitgeberinnen.

Die Anmeldung für eine IV-Leistung erfolgt über die IV-Stelle des Wohnsitzkantons der versicherten Person. Diese IV-Stelle ist sodann für die Bestimmung des Invaliditätsgrades und die Abwicklung der IV-Leistungen zuständig. Ist die versicherte Person bei der AGRAPI angeschlossen, wird ein allfälliges IV-Taggeld bzw. eine IV-Rente durch die AGRAPI berechnet und ausbezahlt. Die monatlichen Auszahlungstermine der IV-Leistungen, welche von der AGRAPI ausbezahlt werden, können dem Dokument «Auszahlungstermine der IV-Leistungen» entnommen werden.

Früherfassung & Frühintervention

Die Früherfassung und Frühintervention sind präventive Mittel der Invalidenversicherung (IV), um Personen mit ersten Anzeichen einer möglichen Invalidität rasch zu erfassen und eine drohende Invalidität abzuwenden.

Früherfassung

Die Früherfassung dient der frühzeitigen Abklärung, ob bei Personen, die aus gesundheitlichen Gründen in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sind oder bei denen die Gefahr einer Chronifizierung der gesundheitlichen Beschwerden besteht, Massnahmen ergriffen werden müssen, um einer Invalidität vorzubeugen. Stellt die IV-Stelle fest, dass ohne geeignete Massnahmen eine Invalidität droht, fordert sie die betroffenen Personen zur IV-Anmeldung auf.

Diverse Personen können eine Meldung zur Früherfassung einreichen. Eine ausführliche Liste sowie mehr Informationen zur Früherfassung finden Sie im Merkblatt 4.12 «Früherfassung und Frühintervention».

Frühintervention

Die Frühintervention soll der versicherten Person helfen, ihren bestehenden Arbeitsplatz zu erhalten oder sich in einem anderen Arbeitsplatz einzugliedern. Die Frühinterventionsphase beginnt mit der Einreichung der IV-Anmeldung für berufliche Eingliederung bzw. Rente und soll einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes entgegenwirken.

Weitere Infos

Falls Sie weitere Fragen zur Früherfassung oder -intervention haben, konsultieren Sie bitte das Merkblatt. Wünschen Sie zusätzliche Informationen, melden Sie sich bitte bei der IV-Stelle Ihres Wohnsitzkantons.

Eingliederungsmassnahmen

Eingliederungsmassnahmen sollen eine drohende Invalidität verhindern, vermindern oder beheben. Eingliederungsmassnahmen umfassen berufliche, medizinische und Integrationsmassnahmen sowie die Abgabe von Hilfsmitteln. Während der Eingliederung haben die Versicherten je nach Situation Anspruch auf Taggelder sowie auf Vergütung von Reise- oder Betreuungskosten.

Medizinische Massnahmen

Medizinische Massnahmen sollen die Erwerbsfähigkeit von Kindern und jungen Erwachsenen vor dem vollendeten 20. Altersjahr dauernd und bedeutend verbessern oder wesentliche Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit verhindern. Deshalb übernimmt die IV grundsätzlich die Kosten für Massnahmen, wie z.B. ärztliche oder physiotherapeutische Behandlungen oder die Behandlung mit anerkannten Arzneimitteln, welche unmittelbar auf die berufliche Eingliederung gerichtet sind. Zudem übernimmt die IV die Kosten zur medizinischen Behandlung von Geburtsgebrechen unabhängig davon, ob damit eine Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich erreicht werden kann. Weitere Informationen zu medizinischen Massnahmen entnehmen Sie bitte dem Merkblatt 4.16 «Leistungen der Invalidenversicherung (IV) für Kinder» weiter unten.

Integrationsmassnahmen

Sozialberufliche Rehabilitation und Beschäftigungsmassnahmen sollen insbesondere bei versicherten Personen mit psychisch bedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit die Voraussetzungen schaffen, dass sie in die freie Wirtschaft eingegliedert werden können. Weitere Informationen können Sie dem Merkblatt 4.09 «Berufliche Eingliederungsmassnahmen der IV» weiter unten entnehmen.

Berufliche Eingliederungsmassnahmen

Berufliche Massnahmen bezwecken die gezielte Unterstützung der versicherten Person sowie des Unternehmens, in welchem sie tätig ist. Zu den Massnahmen gehören unter anderem die Berufsberatung, der Arbeitsversuch sowie die Kostenübernahme für eine Um- oder Wiedereinschulung. Bei Fragen konsultieren Sie bitte das Merkblatt 4.09 «Berufliche Eingliederungsmassnahmen der IV» weiter unten.

Geltendmachung

Der Anspruch auf eine Eingliederungsmassnahme wird mittels des untenstehenden Anmeldeformulars bei der IV-Stelle des Wohnkantons der versicherten Person geltend gemacht. Es empfiehlt sich, die Anmeldung möglichst rasch bei der zuständigen IV-Stelle einzureichen, da eine Kostenübernahme für Eingliederungsmassnahmen frühstens ab Eingang der Anmeldung erfolgt.

Weitere Infos

Falls Sie weitere Fragen zu den Eingliederungsmassnahmen haben, konsultieren Sie bitte die Merkblätter. Wünschen Sie zusätzliche Informationen, melden Sie sich bitte bei der IV-Stelle des Wohnsitzkantons der versicherten Person.

IV-Taggelder

Taggelder ergänzen die Eingliederungsmassnahmen der IV und sollen den Lebensunterhalt der versicherten Person sowie derer Familienangehörigen während der Eingliederung sicherstellen.

Anspruch

Anspruch auf ein IV-Taggeld besteht grundsätzlich, wenn die versicherte Person mindestens 18 Jahre alt ist und sich einer Eingliederungsmassnahme unterzieht. Der Anspruch erlischt spätestens am Ende des Monats, in dem der Anspruch auf eine Altersrente entsteht.

Arten und Höhe des Taggeldes

Die Höhe des IV-Taggeldes variiert je nachdem, ob ein grosses oder ein kleines Taggeld bezogen werden kann.

  • Grosses Taggeld: Versicherte ab 18 Jahren, die vor Eintritt des Gesundheitsschadens erwerbstätig waren, erhalten grundsätzlich 80% des AHV-pflichtigen Erwerbseinkommens, welches sie in ihrer letzten beruflichen Tätigkeit vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens verdient haben.
  • Kleines Taggeld: Versicherte ab 18 Jahren, die sich in der ersten beruflichen Ausbildung befinden oder das 20. Altersjahr noch nicht erreicht haben und noch nicht erwerbstätig gewesen sind, erhalten grundsätzlich 10% des versicherten Tagesverdienstes gemäss UVG. Versicherte, die ohne Gesundheitsschaden ihre erste berufliche Ausbildung bereits abgeschlossen hätten und im Erwerbsleben stünden, erhalten grundsätzlich 30% des versicherten Tagesverdienstes gemäss UVG.

Die Höhe dieser Grundentschädigung ist jedoch gegen oben begrenzt. Hinzu kommen allfällige Kindergelder. Mehr Informationen über die Höhe und Berechnung der Entschädigung erhalten Sie im Merkblatt 4.02 «Taggelder der IV» weiter unten.

Geltendmachung

Der Anspruch auf Taggelder muss nicht separat geltend gemacht werden. Die IV-Stelle prüft den Anspruch von Amtes wegen, wenn die versicherte Person Eingliederungsmassnahmen erhält, welche Taggeldleistungen auslösen können.

Weitere Infos

Falls Sie weitere Fragen zu den IV-Taggeldern haben, konsultieren Sie bitte die Merkblätter. Wünschen Sie zusätzliche Informationen, melden Sie sich grundsätzlich bitte bei der IV-Stelle des Wohnsitzkantons der versicherten Person. Bei Unklarheiten bezüglich der Berechnung und Zahlung der Taggelder sind wir auch per E-Mail oder telefonisch für Sie erreichbar.

Formulare zum Thema IV-Taggelder

Sammlung sämtlicher Formulare der AHV/IV-Stelle

IV-Renten

Die IV-Rente soll einen Erwerbsersatz bieten für versicherte Personen, welche in ihrem Arbeitsbereich aufgrund eines gesundheitlichen Leidens nicht mehr oder nur teilweise tätig sein können.

Anspruch

Der Anspruch auf eine IV-Rente besteht grundsätzlich dann, wenn die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit der versicherten Person, sich in ihrem Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederhergestellt, erhalten oder verbessert werden kann. Mit dem Entstehen des Anspruchs auf Invalidenrente entsteht unter Umständen auch der Anspruch auf Kinderrente.

Bemessung des Invaliditätsgrades

Die Bemessungsmethode des Invaliditätsgrades variiert je nachdem, ob die versicherte Person erwerbstätig, nichterwerbstätig oder teilweise erwerbstätig ist. Der Invaliditätsgrad ist einer der massgebenden Faktoren für die Höhe der Invalidenrente:

  • Invaliditätsgrad von unter 40% ergibt keine Rente
  • Invaliditätsgrad von 40-49% ergibt eine Viertelsrente
  • Invaliditätsgrad von 50-59% ergibt eine halbe Rente
  • Invaliditätsgrad von 60-69% ergibt eine Dreiviertelsrente
  • Invaliditätsgrad ab 70% ergibt eine ganze Rente

Genauere Informationen können Sie dem Merkblatt 4.04 «Invalidenrenten der IV» weiter unten entnehmen.

Höhe

Die IV-Rentenberechnung erfolgt nach den gleichen Grundsätzen wie die AHV-Rentenberechnung. Das heisst, dass sie einerseits von den «anrechenbaren Beitragsjahren» und andererseits vom «massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen» abhängt. Die Rentenhöhe der ordentlichen IV-Renten entspricht den AHV-Altersrenten, wobei jedoch der Invaliditätsgrad bestimmt, welche Rente eine Person erhält.

Geltendmachung

Die Anspruchsberechtigten können den Link auf das Anmeldeformular für den Bezug einer IV-Rente weiter unten entnehmen, das Anmeldeformular ausfüllen und an die IV-Stelle ihres Wohnsitzkantons senden. Die Adressen finden Sie weiter unten unter «Kontakte IV-Stellen»

Weitere Infos

Falls Sie weitere Fragen zu den IV-Renten haben, konsultieren Sie bitte die Merkblätter. Wünschen Sie zusätzliche Informationen, melden Sie sich grundsätzlich bitte bei der IV-Stelle Ihres Wohnsitzkantons. Bei Unklarheiten bezüglich der Berechnung und Zahlung der IV-Renten sind wir auch per E-Mail oder telefonisch für Sie erreichbar.

Weitere Leistungen

Hilflosenentschädigung

Die Hilflosenentschädigung bezweckt die gesundheitsbedingten Mehrkosten bei Hilflosigkeit wie Pflege, Transport, Hilfsmittel und dergleichen abzudecken, sodass der versicherten Person eine unabhängige Lebensführung ermöglicht wird. Weitere Informationen zur Hilflosenentschädigung der IV finden Sie im Merkblatt 4.13 «Hilflosenentschädigung der IV» weiter unten.

Assistenzbeitrag

Der Assistenzbeitrag soll der versicherten Person helfen, ihre Betreuungssituation selbständig zu gestalten, damit diese besser auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist. Ein Assistenzbeitrag wird nur ausgerichtet, wenn eine Hilflosenentschädigung der IV ausgerichtet wird und ein regelmässiger Hilfsbedarf besteht. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Merkblatt 4.14 «Assistenzbeitrag der IV» weiter unten.

Hilfsmittel

Hilfsmittel wie Hörgeräte, Rollstühle und Lupenbrillen können den versicherten Personen helfen, trotzt körperlicher oder psychischer Einschränkungen weiterhin erwerbstätig oder in ihrem Aufgabenbereich tätig zu bleiben. Hilfsmittel bzw. die Kostenübernahme für Hilfsmittel werden in verschiedenen Sozialversicherungszweigen angeboten. Weitere Informationen über die Hilfsmittel der IV können Sie dem Merkblatt 4.03 «Hilfsmittel der IV» weiter unten entnehmen.

Ergänzungsleistungen

Ergänzungsleistungen sollen das Existenzminimum sichern, soweit die anderen Leistungen der Sozialversicherungen nicht ausreichen. Weitere Informationen über die Ergänzungsleistungen finden Sie hier.